Homöopathische Konstitutionstypen Arsenicum album

Die klassische Homöopathie orientiert sich immer am gesamten Menschen. Es werden verschiedene Symptome eines Patienten zusammgefasst, aus der Vielzahl der Symptome und Beschwerden wird das Arzneimittelbild gewonnen. Häufig kommt man so zu seinem sogenannten Konstitutionsmittel. Ich möchte hier das Konstitutionsmittel Arsenicum album beschreiben. Wenn sich der eine oder andere Leser in den Schilderungen wiederfindet, braucht er vielleicht auch einmal Arsen.

Arsen dies ist der klassische, bilderbuchhafte karikierte Deutsche. Der Arsenmensch ist sauber und ordentlich, kariert, achtet die Obrigkeit und leistet keinen Widerspruch. Er ist ein sehr loyaler Mitarbeiter. Nach oben ist er untertänig, nach unten tritt er nicht. Er hält sich an Recht und Ordnung und alle Gesetze, ob diese Sinn haben oder nicht. In seiner Steuererklärung gibt er im Zweifelsfall Zinseinnahmen von 56 Pfennig an, weil dies nun mal so vorgeschrieben ist.

Der Betreffende friert leicht, daher muss er im Sommer in den Süden fahren, wo es schön angenehm warm ist. Er ist blass, fahl und meistens eher mager. Er kann nicht viel auf einmal trinken, da es ihm dann übel wird. Er trinkt oft kleine Schlucke. Abends kann er gut einschlafen, nachts gegen 2 Uhr wacht er auf und seine Beschwerden beginnen, z.B. Magenschmerzen. Die Magenschmerzen dauern etwa von 2 bis 3 Uhr an, danach kann er wieder schlafen. Die Ehefrau z.B. weckt den Mann auf, wenn er eingeschlafen ist und sein Schlafmittel vergessen hat. Es ist ihm immer kalt, er friert, daher ist er auch leicht erkältet. Er bekommt dann insbesondere einen Schnupfen mit einem roten Naseneingang.

Mit seiner Ordnungsliebe geht er der Umwelt auf den Wecker. Sein Zimmer ist übertrieben aufgeräumt. Wenn Kinder ihr Zimmer freiwillig aufräumen, sind dies oft Arsenkinder.

Er ist immer untertänig. Deshalb war der Hitler-Faschismus und die DDR in Deutschland relativ problemlos möglich, Widerstand gab es sehr wenig. Ordnung ist die erste Bürgerpflicht.

Umstürze macht ein Arsenmensch nicht. Schon Lenin sagte, dass die Deutschen niemals eine Revolution machen können, denn dazu muss man auf Wiesen gehen. Dort steht aber ein Schild: Bitte die Wiese nicht betreten. Da dies nicht erlaubt ist, gibt es also keine Revolution.

Der Arsenpatient leidet häufig an Heuschnupfen. Er ist oft verspannt und hat Nackenschmerzen. Frauen atmen mit der Brust statt mit dem Bauch. Er schaltet tatsächlich erst das Hirn ein bevor er redet, daher redet er oft recht langsam.

Durch seinen Ordnungstrieb und sein untertäniges Verhalten hat er oft Ängste. Wenn er weiß, dass andere Menschen auch Arsentypen sind, führt dies häufig zu Problemen.

In der gesellschaftlichen Hierarchie steht der Arsenmensch eher unten. Er hat keine Ellbogenmentalität, mit der er sich nach oben boxt. Dazu fehlt einfach die Kraft.

Wenn Sie mal wieder über die Landstraße fahren und jemand fährt vor ihnen genau 50 und nicht 51 Kilometer, da irgendein Baustellentrupp ein Schild vergessen hat abzubauen, und daher die Begrenzung völlig unsinnig ist, wissen sie genau, jetzt haben Sie einen Arsenmenschen vor sich. Durch diese extreme Gesetzestreue ecken diese Menschen oft an.

Meistens sind diese Spießer humorlos und langweilig. Sie werden nur schwer mit ihren Depressionen fertig. Wenn jemand Arsen in giftiger, aber nicht tödlicher Dosis zu sich nimmt, entwickeln sich die oben genannten Symptome in ähnlicher Weise. Arsen wird gemäß dem homöopathischen Analogiedenken Patienten verordnet, die Symptome haben, als ob sie mit Arsen vergiftet seien. Selbstverständlich aber in Dosen, die extrem gering und niemals giftig sind.